Stadthistorie Hannover
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Ehemalige Leineinsel vorheriger Ort nächster Ort

Altstadt und der Calenberger Neustadt ein dicht besiedeltes Areal einschlossen. Bereits im 13. Jahrhundert etablierten sich hier wirtschaftliche Strukturen durch die Nutzung der Wasserkraft für Mühlenanlagen wie die Klick- und Brückmühle, während das 1291 gegründete Minoritenkloster den geistlichen Mittelpunkt bildete. Nach der Erhebung Hannovers zur Residenzstadt 1636 wurde der südliche Inselbereich durch den Umbau des Klosters zum Leineschloss dominiert, wohingegen sich im nördlichen Teil eine extrem verdichtete Fachwerkbebauung mit schmalen Gassen entwickelte, die dem Quartier im 19. Jahrhundert den romantischen Beinamen „Klein-Venedig“ einbrachte. Die Zäsur markierten die alliierten Luftangriffe im Oktober 1943, welche die historische Bausubstanz nahezu vollständig vernichteten. Im Zuge des radikalen Neuordnungsplans der Nachkriegszeit wurde die Insellage schließlich aufgegeben, indem man den stadtseitigen Leinearm ab 1949 mit Trümmerschutt verfüllte. Diese Maßnahme schuf den Raum für die sechsspurige Verkehrsschneise des Leibniz-Ufers, wodurch die einstige Flussinsel physisch mit dem Festland verschmolz und als eigenständige topographische Einheit aus dem Stadtbild verschwand.


Früher zu Heute Vergleiche:

1350
1822
1888
1926